Auswandern nach Mallorca

Was ist wichtig für Rentner? Was muss ich beim Auswandern beachten? Wie sind die Lebenshaltungskosten? Wir geben Starthilfe!

Voraussetzungen zum Auswandern

Unzählige Menschen zieht es jedes Jahr auf die schönste Insel der Welt. Manche davon bleiben aber nicht nur wenige Tage, sie möchten gerne ihr Leben hier verbringen, verständlich! Leider wird der Traum vom Auswandern nach Mallorca für viele bald zum Albtraum. Sie scheitern an ihren Plänen und wandern wieder zurück. Damit Ihnen das nicht passiert, fassen wir noch einmal zusammen, mit welchen Voraussetzungen Sie Ihren Traum vom Auswandern lieber noch einmal überdenken.

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Wenn Sie noch keinen Job auf Mallorca haben, dann bleiben Sie lieber erstmal in Deutschland, bis Sie einen gefunden haben!. Auch hier müssen Rechnungen bezahlt, Lebensmittel gekauft und Parktickets finanziert werden. Auch, wenn Sie sich ein Startkapital angesammelt haben, das hält ja nicht für immer.

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Apropos - ein paar Rücklagen sind für’s Auswandern unbedingt notwendig. Nicht selten entstehen schon bei der Überfahrt unangenehme Kosten. Auch die ersten Wochen und Monate sind nicht gerade günstig! Und was ist, wenn die erhoffte Wunschwohnung doch nur ein Kellerzimmer ist? Oder die Umzugsfirma falsch abbiegt und die Kisten noch ein paar Monate in Mombasa rumstehen? Außerdem brauchen Sie für die Stunden in der Sprachschule das nötige Kleingeld und da wären wir schon beim nächsten, wirklich wichtigen Thema...

Und ja, es ist möglich auf Mallorca zu überleben, ohne spanisch zu sprechen, aber es macht keinen Spaß und ist sehr mühselig. Ob beim ersten Behördengang, der Schnack an der Bartheke oder, um einfach Menschen kennenzulernen, ohne die Sprache funktioniert das nicht. Also am besten, Sie machen schon in der Heimat einen Sprachkurs. Denn: wer die Kultur eines Landes verstehen möchte, für den ist das Erlernen der Sprache notwendig. 

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Auswandern nach Mallorca, tun Sie es nicht, wenn...

 

...Sie noch keinen Job auf Mallorca haben!

...Sie über gar keine Rücklagen verfügen

...Sie noch kein Wort Spanisch sprechen

...Sie noch gar keine Auslandserfahrung haben

 

Vorbereitungen

Am liebsten würde man ja einfach seine Koffer packen, in den Flieger steigen, ankommen und dann sagen - so, plumpst, ausgewandert.

So leicht geht das leider nicht.

Im besten Fall haben Sie die wichtigsten Dinge zum Auswandern schon in Deutschland geklärt - Den Job und Wohnung zum Beispiel. Und die unbeliebte NIE- Nummer, also die Steuernummer. Diese brauchen Sie für alles, wirklich alles. Um eine Bankkonto zu eröffnen, um Kaufverträge abzuschließen und um in Spanien zu arbeiten. Sie können die NIE-Nummer auf Mallorca, aber auch schon in Deutschland beantragen, dazu besuchen Sie das spanische Konsulat in Ihrer Nähe. Möchten Sie die Steuernummer erst in auf Mallorca beantragen, dann brauchen Sie einen Termin bei der Ausländerbehörde, diesen machen Sie zuvor online: https://sede.legal/citas/palma-de-mallorca/nie/#online

Vielen ist dieser Prozess zu aufwendig, sie beauftragen daher eine Firma mit dem Behördengang. Iberia Versicherungen oder auch die Axa helfen hier ebenfalls gerne weiter, vor allem, wenn es dann um die Ummeldung des Autos geht. 

 

Eine Frage, die zum Auswandern auch immer gerne gestellt wird: Muss ich mich aus Deutschland abmelden?

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Ja.

Auch, wenn sehr viele Residenten es nicht machen - ja, eigentlich muss man sich in Deutschland abmelden, wenn man seinen Hauptwohnsitz nach Mallorca verlagert.Hintergrund ist das Melderechtsrahmengesetz. Die Gesetzeslage in Deutschland sagt, wer seinen Hauptwohnsitz nicht in Deutschland hat, also mehr als das halbe Kalenderjahr im Ausland verbringt, muss sich bei seiner Gemeinde abmelden. Wer das nicht macht, muss mit einer Strafe rechnen. 

Außerdem: Wer sich in Deutschland abmeldet, muss keine Krankenversicherungsbeiträge mehr zahlen und kann hier beim deutschen Konsulat einfach einen neuen Personalausweis oder Reisepass beantragen. Ist man noch in Deutschland gemeldet, ist die Gemeinde des offiziellen Wohnsitzes dafür zuständig und das macht einiges komplizierter!

Das heißt aber nicht, dass Sie in Deutschland auch kein Bankkonto mehr besitzen können.  Einige Bankinstitute setzen einen Wohnsitz in Deutschland nicht voraus. 

Was allerdings gerne beim Auswandern vergessen wird, sind Abos und Verträge - Sei es das Fitnessstudio, der Handyvertrag oder das Zeitungsabo. Aber, es gibt ein kleines Schlupfloch: Das Recht der außerordentlichen Kündigung,  genauer gesagt Paragraph 314: Kündigung von Dauerschuldverhältnissens aus wichtigem Grund. Wer zum Beispiel eine Zeitschrift abonniert hat, die nicht oder nur durch hohen Aufpreis ins Ausland gesendet wird, der kann von diesem Recht Gebrauch machen. 

Noch ein wichtiger Punkt: eine deutsche Krankenversicherung brauchen Sie in Spanien nicht. Hier werden Sie in der Regel ebenfalls über den Arbeitgeber versichert, Selbstständige versichern sich ebenfalls über die “seguridad social” sowieso und deutsche Krankenkassen zahlen nicht jede spanische Arztrechnung.

Lebensunterhalt - wie teuer ist Mallorca?

Wie viel Geld brauche ich eigentlich im Monat auf Mallorca? Zugegeben, die Frage ist nicht wirklich einfach zu beantworten, da jeder doch recht individuell mit seinem Geld umgeht. Während der eine viel Geld beim Shoppen lässt, legt der andere eher Wert auf einen sparsamen Alltag. Auch bei Produkten des täglichen Bedarfs bietet Mallorca die komplette Vielfalt. Feinschmecker aber auch Discounter-Fans werden auf der Insel nämlich gleichermaßen fündig. Grundsätzlich sollte man mit einem Nettoeinkommen in Höhe von 1.500 Euro noch gut durch den Monat kommen. Die Mieten sind ebenfalls super unterschiedlich! 

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In der Hauptstadt Palma kostet die Miete einer 50 Quadratmeter großen Wohnung selten weniger als 700 Euro. Auf dem Land oder auch an der ruhigen Ostküsten gibt es da schon das Chalet oder die rustikale Finca für 800 Euro. Kalt versteht sich. Wobei Wohnraum auf Mallorca sehr oft mit der Wasserversorgung vermietet wird. Generell kommt zur Miete auf Mallorcan noch Strom “Luz” und die jährliche Müllgebühr (ca. 160,00 Euro) hinzu.

Damit aber auch Geld in die Kasse kommt, ist natürlich ein Job notwendig. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder macht man sich selbstständig und baut ein eigenes Unternehmen auf, oder sucht einen Job im Angestelltenverhältnis. Als klassische Urlaubsinsel bietet Mallorca natürliche viele Möglichkeiten in den Bereichen Tourismus und Gastronomie. Doch auch anderen  Branchen sind hier im ausreichenden Maße vertreten. Erleichternd kommt hinzu, dass die klassische deutsche Berufsausbildung einen ausgezeichneten Ruf im Ausland genießt. Aktuelle Angebote finden Sie in der Inselradio-Jobbörse:

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Als Rentner auf Mallorca

Wer seinen Ruhestand auf Mallorca genießen möchte, erhält übrigens seine komplette Rente auch in Spanien. Voraussetzung hierfür ist, dass man die Beiträge zuvor in Deutschland entrichtet hat. Hierbei gilt es aber zu beachten, dass Renten der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung dem Einkommensteuergesetz unterliegen. Unter Umständen wäre somit die Abgabe einer Einkommensteuererklärung notwendig. 

 

Individuelle Infos zur Rente auf Mallorca bekommen Sie aber bei den Rentenberatungstagen. Die Termine sind fast jährlich Mitte Juni. Infos zur Anmeldung finden Sie auf der Website des deutschen Konsulats in Palma. Oft wird auch die Frage gestellt, ob die deutsche Sozialhilfe auf Mallorca gezahlt wird. Nein. Es gibt Ausnahmen, wenn zum Beispiel eine Berufsunfähigkeit der Sozialhilfe zugrunde liegt und Mallorca aus gesundheitlichen Gründen als Wohnort besser geeignet ist als Deutschland. Das wird aber ganz individuell entschieden. 

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Umzug nach Mallorca

Welche Dinge muss ich beim Auswandern nach Mallorca mitnehmen?

Bevor das gesamte Hab und Gut auf die Insel transportiert wird, sollte der Wunsch zum Auswandern definitiv sein, denn der Transport ist mit entsprechendem Aufwand und hohen Kosten verbunden. Wenn Sie als Neuling auf Mallorca starten, schauen Sie am besten zuerst nach einer, möblierten Wohnung.

Wer sich aber dennoch nicht ins "gemachte Nest" setzen möchte und sich auf wenige Umzugskisten begrenzen kann, der sollte die Angebote von Cargo-Unternehmen und Speditionen vergleichen. Denn wenn tatsächlich die gesamte Einrichtung auf die Insel transportiert werden muss, ist ein Umzugsunternehmen gefragt. Allerdings ist das nicht ganz so billig. Aufgrund der Entfernung und der Seemeilen kommt da einiges an kosten zusammen. Für einen Kubikmeter Ladefläche sollten zwischen 100 Euro und 150 Euro veranschlagt werden.

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Generell sollte mit den Dienstleistern eine Pauschale vereinbart werden, die unabhängig von Zeitstunden oder Zusatzleistungen sind. Es lohnt sich allerdings auch ein Vergleich mit der Miete eines Transporters und Anhängers. Wichtig ist auch, vor der Überfahrt mit dem Transportdienstleister zu klären, über welchen Betrag ihre Gegenstände im Falle eines Schadens versichert sind. 

 

Was mache ich mit meinem Auto?

Wer mit seinem Auto nach Mallorca reisen möchte und offiziell auch Resident der wunderschönen Insel sein will, der muss auch seinen Wagen innerhalb von 90 Tagen ummelden. Einige Unternehmen auf Mallorca haben sich aber darauf spezialisiert, den Auswanderern bei diesen Formalitäten zu helfen. Wer dies lieber alleine macht, braucht zunächst das  "Certificado de características ". Das erhalten Sie bei einem Kfz Händler oder auch bei einigen Werkstätten gegen Vorlage des Kfz Briefs.

 

Dann gehts mit dem Auto durch den spanischen Tüv (ITV) und auch die Anmelde- und Kfz Steuern müssen bezahlt werden. Die entsprechenden Anträge bekommt man entweder beim Finanzamt oder bei der spanischen Verkehrsbehörde in Palma. Sollten Sie mit Ihrem Auto angehalten werden, sorgen Sie am besten dafür, dass Sie beweisen können, dass die Ummeldung beantragt wurde, dann kann Ihnen nichts passieren. Gerade bei der Fahrzeugüberführung gibt es noch einen Weg, hohe Kosten zu sparen: Deklarieren Sie das Auto als Umzugsgut, dann entfallen einige Gebühren.

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Sie nehmen das Auto mit nach Mallorca? Dann kommt noch eine lange Fahrt auf Sie zu. Kleiner Tipp: Wer aus dem Norden kommt, der tankt am besten in Luxemburg voll! Der Sprit auf französischen Autobahnen ist unverschämt teuer. Außerdem empfehlen wir, die Tickets für die Fähre schon im Voraus zu buchen. Die meisten Auswanderer nutzen den Hafen in Barcelona für die Überfahrt und gerade im Sommer sind die (Schlaf-) Plätze schnell ausgebucht. Sieben Stunden dauert die Fahrt bis nach Alcúdia. 


So eine Auswanderung, das ist kein Kinderspiel und muss gut überlegt sein! Wer seinen Lebensmittelpunkt nach Mallorca verlagern möchte, der muss sich gut vorbereiten, die Insel kennen und sollte nichts überstützen. Antworten, Ansprechpartner, Tipps und Erfahrungsberichte finden Auswanderer (in Spee) auch bei der Expertin Doris Kirch und ihrer Facebookgruppe Auswandern nach Mallorca (Anregungen und Tipps von Auswanderern). Wenn dann aber alles geklärt ist und der Auswanderung nichts mehr im Weg steht, dann: Einfach machen! Denn da zu leben, wo andere Urlaub machen - das ist wirklich ein Traum. 

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