In Sóller vereinen sich die Stileinflüsse verschiedener Kulturen und Zeiten. 2011 wurde dem Bergdorf der Status als UNESCO Weltkulturerbe zuerkannt. Im selben Jahr wurde die gesamte Serra de Tramuntana zum Weltnaturerbe erklärt. Ein bisschen Kuba, ein bisschen naher Osten, viel Frankreich und natürlich 100 Prozent Mallorca. Multikulti eben.

Die Geschichte hinter Sóller

In rund 30 Minuten von Palma, durch den inzwischen kostenfreien Tunnel und rund drei Kilometer vor der Küste, öffnet sich die Bergwelt zu einem flachen Talkessel. Daher hat das Dorf auch seinen Namen: Sóller. Er wird aus olla, der Pfanne, abgeleitet. Denn im Hochsommer, an windstillen Tagen, gibt es kaum einen heißeren Ort auf der Insel.

Sóller ist umgeben von Orangenplantagen, Mandeln und Olivenbäumen. Die Römer brachten schon im Jahr 123 v. Chr. Weinstöcke mit und starteten den Olivenanbau. Die Mauren machten zu Beginn des 10. Jahrhunderts die Gewinnung des Olivenöls zur Kunst, die Sóller den Beinamen „Tal des Goldes“ einbrachte.

Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution kamen französische Winzer, Bauern und Händler nach Sóller und begannen im großen Stil Zitrusfrüchte anzubauen. Die günstigen klimatischen Bedingungen erlauben bis zu drei Orangenernten pro Jahr. Die Orangen verschiffte man über den Hafen Port de Sóller nach Frankreich, was der Stadt zu enormem Wohlstand verhalf.

Nach einer Schädlingsplage, der die meisten Zitrusbäume zum Opfer fielen, wanderten die Siedler nach Südamerika, Puerto Rico und Kuba aus. Die späteren Heimkehrer brachten so die koloniale Architektur nach Sóller. 

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Sóller's Originale

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt beobachten Besucher wunderbar den karibischen Kolonialstil. Siedler vom spanischen Festland brachten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den katalanischen „Modernisme“, die spanische Variante des Jugendstils, auf die Insel. Das wohl eindrucksvollste Beispiel ist die Fassade der „Banco de Sóller“.  

Direkt daneben befindet sich die nach der Vertreibung der Mauren 1236 erbaute Kirche Sant Bartomeu. Samstags findet hier an der Plaça de la Constitución der Wochenmarkt von Sóller statt.

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Die Kirche Sant Bartomeu auf der Plaça de la Constitución.

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Foto: trendesoller.com

Die antike Bahn von Palma, den "Tren de Sóller", kennt inzwischen wohl auch jeder. Es gibt sie bereits seit 1912. Da wollte man Oliven und Orangen schneller als mit Eselskarren vom Tramuntanagebirge nach Palma bringen. Die 28 Kilometer lange Bahnfahrt durch 13 Tunnel, das Viadukt Cinc-Ponts und eine atemberaubende Landschaft ist heute einer der beliebtesten Ausflüge auf der Insel. Sie können auch dann noch weiter mit der als „Roter Blitz“ bezeichneten Straßenbahn in den Hafen weiterfahren. Die etwa sieben minütige Fahrt ist inzwischen aber auch ein kostspieliges Vergnügen.

Reizend ist der botanische Garten “Jardí Botanic“ an der Straße zum Hafen. Er ist die Heimat von mehr als 400 Pflanzenarten, die auf den Balearischen Inseln gedeihen, hier bekommen Hobby-Biologen einen guten Einblick in die Vielfalt der Flora.

Sóller auf der Karte

Besonderheiten von Sóller

Die Sollerics wissen, wie man feiert. Das Folklore Festival „Sa Mostra“ findet seit 1980 jeweils im Juli statt*. Es kommen volkstümliche Musik- und Tanzgruppen aus der ganzen Welt. Im August wird der Heiligen Bartholomäus mit einem zweiwöchigen Fest geehrt*. Es gibt Kunstausstellungen, Konzerte und viele Aktivitäten für Kinder. Das Highlight ist jedes Jahr die Nacht des Feuers – "la Noche de Fuego"*.

Die Orangenmesse* ist auch ein sehr erlebenswertes Fest in Sóller. Alles, was man aus den Zitrusfrüchten machen kann, ist an Ständen im Ortskern verteilt.

Das wichtigste Fest ist ein Riesenspektakel „Fiesta de Moros y Cristianos”*. Am zweiten Maisonntag* können sie live dabei sein, wie am Hafen von Sóller Menschen in mittelalterlichen Kostümen mit Gebrüll und vollem Einsatz einen historischen Kampf nachspielen. Die famose Schlacht von 1561 gegen den Piratenangriff der nordafrikanischen Mauren konnte natürlich durch die mutige Hilfe der Frauen aus Sóller von den Mallorquinern gewonnen werden.

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Checkliste

Rahmendaten
Sóller und Puerto de Sóller liegen im Nordwesten von Mallorca in etwas mehr als 30 Kilometern Entfernung von Palma. Sóller ist das kulturelle und geschäftliche Zentrum der Serra de Tramuntana. Rund 13.800 Menschen sind hier zu Hause.

Strand
Der Hafen von Sóller ist der größte an der Nordwestküste Mallorcas. Es gibt zwei Strände, einen auf jeder Seite der Bucht. Die Playa de’n Repic ist 270 Meter lang, hat Sonnenschirme und Liegen und ist sehr beliebt bei Familien mit kleinen Kindern. An der Playa des Través gibt es Tretboote, Paddelsurf oder auch Kayaks. Hier starten auch diverse Ausflugsboote.

Sehenswürdigkeiten/ Unternehmungen
Das Museum für moderne Kunst Can Prunera. Es ist ein gigantisches mallorquinisches Haus, das in seiner ursprünglichen Pracht wiederhergestellt wurde. Die barocke Pfarrkirche Sant Bartomeu und die Banco de Sóller am Hauptplatz im Zentrum. Die Markthalle, wo Sie lokale Produkte wie Orangen und Tomaten direkt aus Sóller sowie frischen Fisch  von den Booten im Hafen kaufen können. El Jard´i Botanic. Der botanische Garten mit den typischen Pflanzen, die auf Mallorca, dem Mittelmeer und anderen balearischen Inseln sowie den Kanaren heimisch sind.

Ist Sóller ein Touristenmagnet?
Ohja! Aber auch Refugium für Individualtouristen. Wanderer fühlen sich hier fast das ganze Jahr wohl, Familienurlaub und Ausflugsziel vieler Einheimischer.

*Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Freizeiteinrichtungen auf Mallorca können sich aufgrund der Corona-Pandemie spontan ändern. Daher sind diese Angaben ohne Gewähr. Wer ein Restaurant, einen Club oder eine andere Freizeiteinrichtung besuchen möchte, fragt am besten direkt vor Ort nach, ob und in welchem Umfang geöffnet ist.