Der spanische Industrie-,Handels- undTourismusminister Miguel Sebastián unterzeichnete verschiedene Abkommen und Verträge in Palma. Sie sollen der Stabilisierung des Tourismussektors dienen. Er traf sich außerdem mit dem balearischen Regierungspräsidenten Francesc Antich und weiteren Vertretern in Palma um sich persönlich über die Lage auf der Insel zu informieren. Sebastián möchte den Tourismus der balearischen Inseln nach den Attentaten aktiv unterstützen. Bisher sieht er keine jedoch Gefahr für den Tourismus.
Hoteliers und Gastronomen sind bestürzt
Menschen aus dem Hotel- bzw. Gastronomiegewerbe befürchten nach den gestrigen Anschlägen einen weiteren Rückgang der Geschäfte. Nach dem sowieso schon schlechten Start dieses Jahr bangen viele der Gastronomen nun um ihre Existenz. Die Tatsache, dass zwei der Sprengsätze in einem Restaurant bzw. einer Bar detonierten erschüttert die Gastronomen. Sie schließen sich der Meinung der Politiker an und warnen vor Panikmache.
Kampagne gegen Diebe
Die Polizei hat eine umfangreiche Informationskampagne gestartet, die sich an die Sommertouristen richtet. Die Kampagne soll vor Dieben und Gaunereien warnen. Dabei werden Broschüren in insgesamt acht Sprachen verteilt. Unter dem Titel „Herzlich Willkommen in Spanien, genießen Sie in Sicherheit!” enthalten die Prospekte wichtige Ratschläge und Sicherheitshinweise, sodass Diebe von Anfang an keine Chance haben. Zwischen 200.000 und 300.000 Broschüren werden in den Hotels, am Flughafen und den Touristeninformationsbüros verteilt.
Kurzen Hochsaison und lange Nebensaison erwartet
Die spanischen Hoteliers sehen für diesen Sommer eine kurze Hochsaisonund eine lange Nebensaison voraus. Damit haben sich sie Verhältnisse genau der umgedreht. Allerdings bedeute dies nicht zwangsläufig einen hohen Umsatzverlust für den Sektor, so der Präsident des Spanischen Hotelverbandes Juan Molas. Auf den Kanaren und Menorca sind die Buchungen zwar zurückgegangen dafür an der spanischen Küste und auf Mallorca gestiegen. Für deutsche Urlauber bleibt Spanien aber ein wichtiges Reiseziel, so Molas.
Vereinbarung zur Saisonunabhängigkeit
Die Balearenregierung und ihre Sozialpartner haben eine entscheidende Vereinbarung zur Förderung des Tourismus unterzeichnet. Neben Wettbewerbsfähigkeit, Arbeit und der Stärkung des sozialen und umweltpolitischen Zusammenhalts rückt vor allem die Saisonunabhängigkeit in den Mittelpunkt. Ein strategischer Plan soll bereits für das zweite Halbjahr 2009 auch außerhalb der Hochsaison mehr Touristen auf die Inseln locken. Der so genannte „Residenz-Tourismus” soll ausreichend begünstigt werden, „all inclusive”- Angebote erhalten eine spezielle Aufmerksamkeit, aber auch der so genannte Qualitätstourismus wird mehr gefördert. Weiterhin sollen das soziale Image und das Konzept der umweltverträglichen Nachhaltigkeit verbessert und gefördert werden.
Tourismussaison beginnt einigermaßen zufrieden stellend
Der Inselrat für Tourismus, Miguel Nadal, hat den Verlauf der begonnenen touristischen Saison als „einigermaßen zufrieden stellend“ beurteilt. Angesichts der Krise, die ganz Europa trifft und speziell den britischen Markt, können die Balearen dennoch einigermaßen optimistisch sein, denn die Lage scheint nicht so schlecht wie befürchtet. Auch wenn die Situation differenziert betracht werden muss, da sie innerhalb der verschiedenen Zonen und Hoteleinrichtungen unterschiedlich ausfällt. Als Gründe für den Optimismus nennt der Inselrat für Tourismus Last-Minute-Buchungen, sowie besondere Hotelangebote.
Juni wird vielversprechend
Nach einer schwachen Vorsaison steht Mallorca nun ein guter Start ins Sommergeschäft bevor. Führende Mitarbeiter der Hotelbranche haben diesen optimistischen Ausblick jetzt gewagt. Die Chefs der balearischen Hotelvereinigungen erwarten ab Ende des Monats Buchungen, die mit denen des Vorjahres vergleichbar sind. Die durchschnittliche Auslastung der Unterkünfte lag im Juni 2008 bei 82 Prozent. Auch die Vertreter in den englischen Touristenzonen, wie Alcudia und Magaluf, zeigen sich zufrieden: Zur Hauptsaison kündigten sich bereits zehn Prozent mehr Briten auf den Inseln an, als in den vergangenen Monaten. Der Präsident der Hotelkettenvereinigung, Aurelio Vázquez, erinnerte daran, dass die guten Buchungen nicht ganz mit den vergangenen Jahren vergleichbar seien. Viele Hoteliers verdienten weniger, weil sie die Preise auf Grund der Krise gesenkt haben.
Balearen leiden nur geringfügig
Dieser Sommer wird für den Tourismus der Inseln besser ausfallen, als erwartet. Das haben führende Reiseveranstalter bei einem Treffen mit Vertretern des Tourismusinstitutes, Ibatur, in Paris vorrausgesagt. Der Chef der Iberostar-Gruppe, Miquel Fluxá, sah das Archipel dem Rest Spaniens gegenüber klar im Vorteil. Die Balearen seien vor allem wegen ihrer zentralen Lage weiterhin ein attraktives Reiseziel. Sie blieben von Billigangeboten aus Tunesien, Marokko oder der Türkei weitgehend unbeeinflusst. Sprecher von Thomas Cook Reisen verlassen sich in diesem Sommer vor allem auf das Last-Minute-Geschäft. Schon bei den Karibik-Reisen habe sich das Blatt durch die kurzfristigen Buchungen gewendet. So werde es auch auf dem europäischen Markt sein.
Bauarbeiten ruhen zur Saison
Um Touristen einen ruhigen und entspannten Urlaub auf den Balearen zu ermöglichen, werden lärmende Baustellen für den Sommer stillgelegt. Das hat Umweltminister Grimalt jetzt in einem Treffen mit den regionalen Hoteliers angegekündigt. Man dürfe das Tourismusgeschäft in keinem Fall negativ beeinflussen, so seine Begründung. Die Vertreter der Branche begrüssten Grimalts Entscheidung. Sie soll in den nächsten Wochen gesetzlich verabschiedet werden. Dass in Touristenzonen auch in der Hochsaison gebaut werden durfte, war ein Erlass von Ex-Umweltminister Jaume Font im Jahre 2006. Die Vertreter der Inselhotelerie hatten sich bis heute gegen diese Entscheidung ausgesprochen. Sie befürchteten, dass Touristen den Urlaub so in anderen Regionen vorziehen würden.
Kampagne soll Spanier anlocken
„Balearen, so nah, so vertraut“ lautet der Werbeslogan mit dem die Inselregierung ab Ende Mai Urlauber aus dem Rest des Landes anziehen will. Die Aktion ist eine Zusammenarbeit von dem balearischen Tourismusinstitut, Ibatur, und den fünf führenden Reiseveranstaltern Spaniens. Dabei übernimmt Ibatur 50 Prozent der Kosten für die Kampagne. Den Rest teilen sich die Reiseunternehmen. Insgesamt 2,5 Millionen Euro werden für die Werbeanzeigen ausgegeben. Tourismusminister der Balearen Miquel Nadal erhofft sich durch den Start der Kampagne am 25. Mai einen Effekt auf die Buchungen in Juli und August. Parallel läuft auch die aktuelle Rafael-Nadal-Werbung. Das Doppelpack soll dafür sorgen, dass diesen Sommer mindestens so viele Spanier auf den Balearen Urlaub machen wie 2008. Im vergangenen Jahr waren es 3,1 Millionen.



