Die Gemeinde will keine öffentlichen Trinkgelage mehr auf ihren Straßen dulden. Das Rathaus hat deswegen jetzt eine neue Ordnung verfasst. Sie soll schon am kommenden Montag in der Plenarsitzung verabschiedet werden. In Kraft treten würde das Verbot dann innerhalb der nächsten zwei Monate. Die neue Ordnung sieht vor, dass bei Missachtung des Trinkverbotes Strafen zwischen 400 und 3000 Euro verhängt werden. Die Höhe orientiere sich zum Beispiel daran, ob man das erste Mal verwarnt wird oder Wiederholungstäter ist. Das gab der örtliche Polizeichef, Antoni Sureda, an. Bei Stadtfesten macht Manacor eine Ausnahme. Hier ist das Trinken in der Öffentlichkeit erlaubt, solange niemand dabei gestört wird. Schon seit zwei Monaten besteht die Diskussion das Botellón in Manacor zu verbieten. Durch einen Angriff betrunkener Jugendlicher auf einen Anwohner, wurde die Entscheidung des Rathauses beschleunigt. Der Mann hat dabei ein Auge verloren.
Internet und Botellón liegen vorn
Die meisten balearischen Jugendlichen zwischen 17 und 20 Jahren beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Alkohol und dem Internet. Das hat eine aktuelle Umfrage der Verbrauchervereinigung Gadeso ergeben. Demnach treffen sich 80 Prozent der Jungen und Mädchen regelmäßig zum öffentlichen Trinkgelage mit Freunden. Zweithäufigste Beschäftigung ist das Surfen im Worldwideweb. Insgesamt vorne lagen bei den Umfragen Unternehmungen in der Gruppe. Auch im Internet geht es den Jungen meist um den Austausch mit Gleichaltrigen. Beliebt sind hier vor allem Sozialforen wie Facebook, Myspace und andere. Nur 24 Prozent der Jugendlichen gaben an regelmäßig Sport zu treiben.
Regierung will Kinder schützen
Das sich Minderjährige auf öffentlichen Plätzen der Inseln betrinken, soll der Vergangenheit angehören. Das hat die balearische Ministerin für Ausbildung und öffentliches Recht, Christina Ferrer, versichert. Man sei dabei direkte Aktionen gegen das so genannte „botellón“ einzuleiten. Unter anderem sollen dabei mehr Ausweiskontrollen durch die Polizei vorgenommen werden. Weiter seien Aufklärungskampagnen für Eltern und Kinder geplant. Eine Studie hat im letzten Jahr belegt, dass sich allein in Palma durchschnittlich 4000 Menschen jedes Wochenende zum Trinkgelage in der Öffentlichkeit treffen; darunter auch viele Kinder.



