Geografie
Mallorca
ist eine spanische Insel im westlichen Mittelmeer. Ihr lateinischer Namen insula maior, später Maiorica, bedeutet „die größere Insel” (im Vergleich zu Menorca).
Bis nach Valencia sind es von Mallorca 261 Kilometer, bis nach Barcelona 248 Kilometer.
Mallorca ist die größte Insel der Balearen-Gruppe, hier befindet sich auch die Hauptstadt der Balearen: Palma. Zusammen mir den Pityusen (gemeint ist die Inselgruppe Ibiza, Formentera und einige kleine Felsinseln) bildet sie als spanische Region eine autonome Gemeinschaft innerhalb des spanischen Staates.
Mallorcas geographische Eckdaten
- Lage: 39°15′40″ und 39°57′40″ nördlicher Breite und 2°19′38″ und 3°28′42″ östlicher Länge
- Ausdehnung: maximale Ost-West-Ausdehnung von 98 Kilometer und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 78 Kilometer
- Größe: 3.620,42 km² groß (zusammen mit den vorgelagerten Inseln Cabrera und Sa Dragonera 3640,11 km²)
- Küstenlinie: 550 km
Landschaften (comarques)
Mallorca wird in die folgenden sechs Landschaftszonen (comarques, Einzahl: comarca) eingeteilt: Serra de Tramuntana, Raiguer, Plà de Mallorca, Llevant, Migjorn, Palma (Ciutat de Mallorca).
Serra de Tramuntana
Namensgeber für diesen knapp 20 km breiten Gebirgszug entlang der nordwestlichen Steilküste waren die kalten Nord- und Westwinde Tramuntana. Die Serra de Tramuntana bedeckt fast ein Viertel von Mallorca. Sie zieht sich von der vorgelagerten Insel Dragonera bis zum Cap de Formentor. Höchster der insgesamt 10 Gipfeln über 1.000 Meter ist der Puig Major mit 1.445 Metern. Die Küste an der Westseite der Serra Tramuntana ist felsig und Sandstrände findet man nur in Port de Sóller und Cala Sant Vicenç.
Die Serra de Tramuntana schützt das Landesinnere und sorgt für milde Winter und regenarme Tage. Dafür bringt der Steigungsregen in den Bergen umso häufigere und stärkere Niederschläge.
Der Regen füllt die Wildbäche (Torrents) in den Bergen. Hier befinden sich Mallorcas fruchtbare Täler. Rund um Sóller wachsen die Zitronen- und Apfelsinenbäume. In Estellencs, Banyalbufar, Deià und Valldemossa werden Weintrauben, Tomaten und Bohnen angebaut
Raiguer:
Das Zentrum des Schuh- und Landhandwerk auf Mallorca liegt in der Region des Raiguer. Besonders in Inca gibt es viele Schuhmacher. Raiguer befindet sich an der Serra de Tramuntana und grenzt an den Südostabhang der Gebirgskette zwischen der Halbinsel La Victoria und der städtischen Region der Hauptstadt Palma an. Raiguer ist damit eine Übergangszone vom Gebirge zur Ebene Es Plà in der Mitte Mallorcas. Etwa 118.192 Menschen leben in der Region.
Plà de Mallorca
Die meisten landwirtschaftlichen Produkte der Insel kommen aus der Region Es Plà. Gemüse, Kartoffeln, Reis und Mais wird dort ebenso angebaut wie Wein und eine Vielzahl von Mandelbäumen. Es Plà wird wegen seiner weiten Felder auch oft als Kornkammer Mallorcas bezeichnet. Hinzu kommt noch, dass die Region im Schutz der Berge liegt und vor den winterlichen Nordwinden geschützt ist, deshalb sind bis zu vier Ernten im Jahr möglich. Die Region befindet sich im Zentrum von Mallorca. Der höchste Punkt ist der 542 Meter hohe Tafelberg Puig de Randa. An die 50.243 Menschen leben in diesem Inselstückchen, am bevölkerungsreichsten ist Can Picafort an der Bucht von Alcúdia in der Gemeinde Santa Margalida. Can Picafort hat sich bereits zu einem Touristenmagneten gemausert und ist mit seinen langen Sandstränden Hauptziel vieler Urlauber. Der Tourismus und vor allem der Agrotourismus im Es Plà gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Urlauber schätzen das Landesinnere mit seinen schattigen Plätzen und den vielen Windmühlen.
Llevant
Llevant bedeutet zu deutsch „Osten” und bezeichnet die nordöstliche und östliche Region Mallorcas. Durchzogen wird die Region von der Serra de Llevant. Dieser Gebirgszug ist sehr viel niedriger als die Serra de Tramuntana und hat auch nur drei Gipfel, die lediglich etwa 500 Meter hoch sind. Der höchste Gipfel ist 561 Meter hoch, liegt im Massiv von Artà und trägt den Namen Puig Morei (wird auch Puig d’en Morell oder Talaja Freda genannt). Bei Manacor gibt es eine Art Durchlass von der Ebene des Inselinneren zur Ostküste. Dort finden sich viele Naturhäfen und Sandstrände an der sonst felsigen Küste. Auch die Naturh¨hlen Covesdel Drac, Coves dels Hams und Coves d’Artà sind an dieser Küste. Weite Strände haben längst die Urlauber angezogen und sa Coma an der Cala Moreia und Cala Ratjada zu Touristenhochburgen gemacht. Die weitesten Strände finden sie übrigens in Cala Millor an der Badia de Son Servera. Die Nordwestseite des Gebirgszuges Llevant ist dagegen etwas ruhiger, etwa am Naturstrand Sa Canova bei Colònia de Sant Pere oder in den naturgeschützten Buchten der Nordostküste. Manacor ist der Hauptort des Llevant. Hier leben mehr als 37.165 Einwohner und damit mehr als die Hälfte der gesamten Region. Insgesamt sind es nämlich 73. 658 Menschen. Manacor ist Zentrum der Kunstperlen und der Möbelindustrie. Die Orte an der Küste von Cala Ratjada bis Cales de Mallorca leben eher vom Tourismus.
Migjorn
Die südliche Fortsetzung der Ebene Plà de Mallorca ist Migjorn. Die Region ist eher flach, hat aber trotzdem eine Erhebung von über 500 Metern Meereshöhe. Das Kloster Santuari de Sant Salvador befindet sich beispielsweise 509 Meter über dem Meer und befindet sich am Puig Sant Salvador in der Gemeinde Felanitx. Damit ist der Berg Puig Sant Salvador die höchste Erhebung im südlichen Bereich der Serra de Llevant. Das Zentrum der Region ist Campos und hat eher einen ländlichen Charakter. Touristenmagnet ist sicher der ehemalige Hafen von Campos, Colonia de Sant Jordi. Etwa 3000 Fremdenbetten gibt es in diesem kleinen Örtchen mit seinem sechs Kilometer langen Strand Es Trenc. Dem wilden Bauen wurde aber Einhalt geboten - jetzt stehen zahlreiche Bauruinen an der anderen Seite von Es Trenc in der Siedlung Ses Covetes. Die Küstenlinie von Migjorn reicht von S’Arenal im Westen (gehört zur Gemeinde Llucmajor) bis nach Portocolom in der Gemeinde Felanitx. Einige Küstenabschnitte wie zum Beispiel das Südcap Ses Salines sind aber schwer zu erreichen, da private Landbesitzer die Durchfahrt für Fahrzeuge aus Naturschutzgründen gesperrt haben. In der Region leben etwa 72.229 Menschen.
Palma (Ciutat de Mallorca)
Die Stadt Palma liegt im Südwesten der Insel in der großen Bucht von Palma. Früher war die Stadt der Sitz des Königs von Mallorca, heute ist sie das politische und ökonomische Zentrum der gesamten Balearen. Palma wurde im Jahre 123 v. chr. Im Zuge der römischen Besetzung gegründet. In der Stadt leben heute mehr als 375.048 Menschen, das ist fast die Hälfte der Gesamteinwohnerzahl der Insel, nämlich 47, 4 %. Noch vor einhundert Jahren lag die Einwohnerzahl der Stadt bei 67. 544 Einwohnern (1910).
Die Region Palma umfasst nur das Stadt- bzw. Gemeindegebiet, damit ist sie die flächenmäßig kleinste der Insel mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Palma grenzt im Westen an die Region Serra de Tramuntana, im Norden an Raiguer, im Südosten an Migjorn und im Nordosten an Plà de Mallorca. Im Süden Mallorcas befidnet sich außerdem die Felsinsel- Archipel um Cabrera, ein Meer- und Land- Nationalpark. Cabrera ist die südliche Fortsetzung des Migjorn, wird aber von der stadt Palma verwaltet. Ein weiteres Naturschutzgebiet befindet sich im Südwesten der Insel. Sa Dragonera wurde vom Inselrat Mallorcas nämlich ebenfalls unter Naturschutz gestellt. Sa Dragonera ist im weitesten Sinn der südwestliche Ausläufer der Serra de Tramuntana.
Naturschutzgebiete
Land-/Meeresnationalpark
- Parc nacional maritim-terrestre de l’Arxipèlag de Cabrera
Naturreservate
- Parc natural de s’Albufera de Mallorca
- Parc natural de Mondragó
- Parc natural de sa Dragonera
- Parc natural de la península de Llevant
- Reserva natural especial de s’Albufereta
Naturdenkmale
- Monument natural de ses Fonts Ufanes (Fläche: 50,2 ha)
- Monument natural dels torrents de Pareis, del Gorg Blau i de Lluc (Fläche: 445,81 ha)
Die Regierung der Balearen erklärte im März 2007 in einem Raumordnungsplan der natürlichen Ressourcen (PORN) weitere 62. 000 Hektar der Serra de Tramuntana zum Paraje Natural. Diese Bezeichnung ist international allerdings nicht anerkannt. Naturschutzorganisierungen kritisieren zum einen das, zum anderen die Tatsache, dass die Gemeinden Andratx und Calvià komplett von den Schutzauflagen ausgenommen wurden. Das Projekt unterteilt die Serra de Tramuntana in Zonen mit unterschiedlich strengen Schutzvorschriften.
Geschützte Gebiete nach dem Naturraumgesetz
Das Naturraumgesetz (ANEI / ARIP) bestimmt Maßnahmen zum Schutz des Bodens vor Verbauung.
- Area Natural Barrancs de Son Gual i Xorrigo
- Area Natural Serra de Tramuntana
- Area Natural Bonany
- Area Natural Cala Mesquida-Cala Agulla
- Area Natural Cales de Manacor
- Area Natural Sa Canova
- Area Natural Cap de Ses Salines
- Area Natural Cap Andritxol
- Area Natural Cap des Llamp
- Area Natural Cap de Cala Figuera-Refeubeig
- Area Natural Cap Enderrocat
- Area Natural Es Carnatge des Coll d’en Rabassa
- Area Natural Puig de sa Consolació
- Area Natural Cap Vermell
- Area Natural Sa Dragonera
- Area Natural S’Albufereta
- Area Natural Es Fangar
- Area Natural Dunes de Son Real
- Area Natural Garriga de Son Caulelles
- Area Natural S’Heretat
- Area Natural Massís de Randa
- Area Natural Marina de Llucmajor
- Area Natural Muntanyes d’Artà
- Area Natural Platja de Mitjorn de Tramuntana
- Area Natural Puig de Sant Martí
- Area Natural Puíg de María
- Area Natural Puig de Sant Miquel
- Area Natural Puig de Ses Donardes
- Area Natural Puig de Son Seguí
- Area Natural Punta de N’Amer
- Area Natural Puig Segué
- Area Natural Sa Punta Manresa
- Area Natural Sa Punta de Capdepera
- Area Natural Punta Prima
- Area Natural Es Saluet
- Area Natural Sant Salvador-Santuery
- Area Natural Santa Magdalena
- Area Natural Serra de Son Fe
- Area Natural Torrent de Canyamel
- Area Natural Son Nofre
- Area Natural Torrent de Na Borges
- Area Natural Es Trenc-Salobrar de Campos
- Area Natural La Victòria
Gebirge, Täler, Gewässer
Mallorca wird von im Osten und Nordwesten von zwei Gebirgszügen eingerahmt, die wenig spektakuläre Serra de Llevant und die ´¨uber weite Strecken nicht besiedelte Serra de Tramuntana. Hier befinden sich auch die höchsten Berge der Insel mit teilweise über 1000 Metern. In der Serra de Llevant gibt es dagegen nur drei Gipfel über 500 Meter. Diese Höhen erreichen außerhalb der Gebirgsketten nur der Puig de Randa mit 542 Meter in der Mitte der Insel im Es Plà.
Die höchsten Berge
- Puig Major (1.445 msnm)
- Puig de Massanella (1.367 msnm)
- Tomir (1.103 msnm)
- L’Ofre (1.093 msnm)
- Alfàbia (1.067 msnm)
- Teix (1.064 msnm)
- Tossals Verds (1.147 msnm)
- Galatzó (1.026 msnm)
- Es Cornador (1.009 msnm)
- Puig Roig (1.002 msnm)
Auch der bekannte Canyon Torrent de Pareis und die beiden Trinkwasserspeicherseen Embassament de Cúber und Embassament des Gorg Blau befinden sich in der Serra de Tramuntana. Vor allem das Trinkwasser von Palma wird aus diesen Seen geschöpft. Natürliche Flüsse und Seen gibt es nicht auf Mallorca. Die oftmals starken Regenfälle nehmen die vielen Sturzbäche auf, die das Wasser ins Meer ableiten. In diesen so genannten Torrents bleiben in Trockenzeiten Brackwasserseen zurück und bieten vielen Insektenarten Lebensraum.
Die Sumpfgebiete Mallorcas wurden in der Vergangenheit meist trocken gelegt, eine Ausnahme bieten die unter Naturschutz stehenden S`Albufera und S`Albufereta in der Gemeinde Alcúdia.














